Wohnmodelle

Neue Wohnformen
Neue Wohnformen und innovative Wohnmodelle sind weit mehr als ein Modetrend. Sie sind Ausdruck des gesellschaftlichen Wandels. Sie widerspiegeln das Bedürfnis, die Wohnverhältnisse selbst und individuell zu gestalten. 0815-Wohnen ist passé. Immer mehr Menschen suchen das Wohnen mit dem gewissen Etwas.

Vielfältige familiäre Strukturen, demografische Entwicklungen, Arbeitsmarktsituationen und die rasante technische Entwicklung: Diese und andere Faktoren beeinflussen in hohem Mass die sozialen Strukturen unserer Gesellschaft. Mit dem Resultat, dass es "den Mieter" oder "die Bewohnerin" nicht mehr gibt, stattdessen unterschiedlichste Wohnbiografien, Wohnphasen und Lebensstile. >Mehr

Wohnmodelle sind der Spiegel der Wohnwünsche und der Finanzkraft der zugehörigen Interessentengruppe. Ebenso vielseitig und unterschiedlich wie die Wohnbedürfnisse sind deren architektonische Ausgestaltung, die Organisationsformen sowie die grundsätzlichen Zielsetzungen.

Diese Merkmale sind allen Wohnmodellen gemeinsam:

• Über die Garantie des individuell gesicherten Wohnraumes hinaus bieten Wohnmodelle nachbarschaftlichen Kontakt und in der Regel Möglichkeiten zu gemeinschaftlichen Aktivitäten.

• Wohnmodelle basieren auf einer gemeinsamen „Philosophie“. Diese stellt die Grundlage für die darauf abgestimmte Organisationsform dar.

• Wohnmodelle richten sich an ausgewählte Zielgruppen und nehmen Rücksicht auf ihre spezifischen Bedürfnisse (Wohnen mit Kindern, Wohnen für alt und jung, Wohnen im Alter, Wohnen ohne Auto, ökologisch bewusstes Wohnen, Wohnen und Arbeiten etc.). >Zurück
Zusammenleben
Jedes Wohnmodell basiert auf einer bestimmten „Philosophie“, auf Leitideen, welche auch in der architektonischen Gestaltung der Projekte ihren Ausdruck finden. In der Architektur und in der Ausgestaltung des Wohnstandards spiegeln sich die sozialen und kulturellen Merkmale der anvisierten Nutzergruppe wider. Die Leitideen bestimmen auch die Regeln des Zusammenlebens. >MehrMehr

Die architektonische Gestaltung verleiht dem Bedürfnis nach nachbarschaftlichem Kontakt und gemeinschaftlichen Aktivitäten Ausdruck. Gemeinschaftsräume beispielsweise dienen für Familientreffen, Kindergeburtstage und andere Bewohneraktivitäten. Einladende Hauseingänge, gedeckte Vorplätze, Treppenhäuser mit Sitzgelegenheiten oder grosse Gemeinschaftswaschküchen sind Orte, wo man sich informell trifft. Die Formel für die privaten Wohneinheiten lautet: generell möglichst nutzungsneutrale Räume mit genügend Stauraum und ein eigener, geschützter Aussenraum.

Die Regeln des Zusammenlebens, also die Organisationsform eines Wohnmodells, basieren ebenfalls auf dieser grundlegenden ideellen Ausrichtung. Das Interesse und die Motivation, mit anderen Gleichgesinnten in einem Wohnmodell zu leben, reichen aber zur alltäglichen Gestaltung des Zusammenlebens nicht aus. Es braucht in jedem Fall gewisse verbindliche Vereinbarungen, damit das gemeinschaftliche Zusammenleben im Sinn der Zielsetzungen des Wohnmodells gestaltet werden kann. >Zurück
Organisationsformen
Wie soll das Zusammenleben organisiert werden? Wie entsteht ein verbindlicher Rahmen? Und wie ist die Mitwirkung aller Bewohnerinnen und Bewohner zu gestalten? Juristisch gesehen gibt es verschiedene Möglichkeiten, abhängig von den Neigungen und Erfordernissen der Gruppe. Bei der Wahl der passenden Organisationsform sind die folgenden Aspekte zu gewichten: >Mehr

• die Besitzverhältnisse und die finanzielle Leistungsfähigkeit der Interessierten (Eigentum, Miete, genossenschaftliches Wohnen)

• die Bewirtschaftungs- und Verwaltungsstruktur (Selbstverwaltung, Mitwirkung, Mitsprache, konventionelle Verwaltung)

• der Organisationsbedarf der Interessierten (Hausordnung, Waschküchenordnung, Regelung von Ruhezeiten, Putzpläne, Regelung zur Auswahl von Neu-Mietern, Verwaltungsvereinbarungen über Nutzung von Gemeinschaftsräumen etc.)

• die spezifischen Eigenheiten bzw. der Zusatznutzen des Wohnmodells (Nutzung Gemeinschaftsräume, Werkstätten, Gästezimmer, gemeinschaftliche Gärten und Aussenräume, Spielplätze, Zimmer für Nachtwachen/Pflegedienste etc.)

Fragen der Partizipation spielen meist schon in der Bauphase eine Rolle: Je nach Wohnmodell sind die zukünftigen Bewohner/innen nämlich bei der Bestimmung von Materialien und anderen Merkmalen des Ausbaustandards mitbeteiligt. Oder sie bauen selber die von ihnen „bestellten“ Wohneinheiten aus. Die Formen der Partizipation sind so vielfältig wie die Wohnbedürfnisse und die an Wohnmodellen interessierten Zielgruppen. Die unterschiedlichen Rahmenbedingungen der Projekte (Neubau, Umbau, Zwischennutzung, Umnutzung etc.) sowie der finanzielle Spielraum definieren in der Regel Ausmass und Varianten der Partizipation.
 >Zurück
Altersgerecht wohnen
Wie wohne ich im Alter? Was muss ich frühzeitig bedenken? Welche Anpassungen muss ich an meiner Wohnung vornehmen? Und welche gemeinschaftlichen Alterswohnprojekte gibt es in der Region?

Mit Blick auf das eigene Altwerden stellen sich viele Fragen. Zum Glück gibt es inzwischen viele Stiftungen, Fachstellen und Anbieter, die kompetente Antworten liefern können. Der Bericht "Wohnen im Alter" der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft gibt einen Einblick in aktuelle Fragestellungen und Entwicklungen: >MehrMehr

Autonom und selbständig bis ins hohe Alter – Wohnzukunft planen

Immer mehr Personen erreichen heute ein hohes Alter in guter Gesundheit. Die Lebensphase Alter steht in einem grossen Wandel. Die Gestaltung der Lebenszeit nach der Erwerbstätigkeit gewinnt in unserer Gesellschaft an Bedeutung. Autonomie und der starke Wunsch nach Selbstbestimmung stehen dabei im Zentrum. Dies wirkt sich auf die Ansprüche an das Wohnen und an die unterstützenden Dienstleistungen aus. Im Vergleich zu früher existieren heute mehr Wahlmöglichkeiten, und die Bereitschaft, sich frühzeitig mit Wohnfragen fürs Alter zu befassen, scheint in jüngster Zeit zu wachsen.

Überblick über Wohnformen für verschiedene Bedürfnisse
In den letzten Jahren haben sich verschiedene neue Wohnmodelle entwickelt. Sie reichen von begleitetem/betreutem Wohnen über Wohnen mit Service‐ und Pflegeleistungen bis hin zu Projekten für gemeinschaftliches Wohnen. In Baselland wurde in den letzten Jahren im Bereich der altersgerechten Wohnungen etliche Projekte entwickelt und umgesetzt, und der Differenzierungsprozess bei den Wohnformen ist im Gange oder in Diskussion.

Mehr Lebensqualität und Sicherheit durch Wohnanpassungen
Wenn ein Wechsel in eine altersgerechte Wohnung nicht in Frage kommt, können oft bereits kleinere Anpassungen zu mehr Sicherheit führen und Erleichterung im Alltag verschaffen. Auch grössere Veränderungen sind möglich. Wichtig ist, die Anpassungen früh genug vorzunehmen und sich von Fachstellen beraten zu lassen.

Den Bericht "Wohnen im Alter" finden Sie in der rechten Spalte als Download, ebenso Hinweise und Checklisten zum hindernisfreien Bauen. >Zurück

Günstig bauen ist möglich

Günstiger Mietwohnungsbau ist möglich und erst noch rentabel. Bei Wohnungsgrösse und Standard gibt es allerdings Einschränkungen. Dies zeigt eine Studie des Bundesamts für Wohnungswesen. > Studie

Lesetipps

id22: CoHousing Cultures - Handbuch für selbstorganisiertes, gemeinschaftliches und nachhaltiges Wohnen

M. Gilg, W. Schaeppi: Lebensräume - auf der Suche nach zeitgemässem Wohnen

Broschüre über Rechtsformen, Motive und Eigenarten gemeinschaftlicher Wohnprojekte
Bezug: Stiftung Edith Maryon, info@maryon.notexisting@nodomain.comch.